Thüringer Umweltpreis

Thüringer Umweltpreis

Unser Thüringer Umweltpreis würdigt den Einsatz für eine lebenswerte Umwelt und eine gesunde Natur

Heute schon an morgen denken – darum geht es, wenn wir für uns, unsere Kinder und Enkelkinder unsere Lebensgrundlagen erhalten wollen. Es ist wichtig, dass wir alle an einem Strang ziehen. Auf kommunaler Ebene, genauso wie in der Landes- und Bundespolitik. Denn der Klimawandel, der Verlust von Lebensräumen und der Rückgang der Artenvielfalt sind alarmierende Zeichen. Ich freue mich deshalb sehr über Engagement und Ideen für eine gesunde Umwelt. Wir brauchen Menschen, die auf neuen Wegen für saubere Mobilität, ökonomische Modernisierung, gutes Klima und mehr Natur mit gutem Beispiel vorangehen. Viele Menschen in Thüringen setzen sich bereits heute mit viel Herz für ihren Ort ein. Dieses Engagement würdigt der Thüringer Umweltpreis. Er wurde am 28. August 2019 bereits zum fünften Mal verliehen.

Die prämierten Ideen und Projekte finden Sie auf dieser Webseite. Ich würde mich freuen, wenn diese für Sie eine Anregung zum Nachmachen sind. Die nächste Verleihung des Thüringer Umweltpreises ist für das Jahr 2021 vorgesehen. Alle relevanten Informationen dazu geben wir Ihnen rechtzeitig auf dieser Seite bekannt.

Anja Siegesmund
Thüringer Ministerin für Umwelt, Energie und Naturschutz

Leitidee für den Thüringer Umweltpreis

Der Schutz und Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen für heutige und künftige Generationen gewinnt immer mehr an Bedeutung für unsere Gesellschaft. Dazu ist eine die natürlichen Ressourcen schonende Lebens- und Wirtschaftsweise erforderlich. Um auf vorbildhafte und zur Nachahmung anregende Aktivitäten aufmerksam zu machen, die den Umweltschutzgedanken in Thüringen in herausragender Weise verfolgen, verleiht das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz den THÜRINGER UMWELTPREIS.

TEILNAHMEBERECHTIGTE

Einzelpersonen oder Personengruppen, Unternehmen, Vereine und Verbände, Bürgerinitiativen, Kommunen (auch Ortsteile) und kommunale Partnerschaften können sich bewerben oder vorgeschlagen werden. Berücksichtigt werden ausschließlich Personen mit Wohnsitz in Thüringen sowie Organisationen/Institutionen und Unternehmen mit Sitz in Thüringen.

TEILNAHMEBEDINGUNGEN

Ausgezeichnet werden herausragende Leistungen und Einsatz im Umweltschutz, die im Kontext einer Nachhaltigen Entwicklung zu ökologischen Verbesserungen beitragen, sich z. B. auf Ressourcen- und Energieeffizienz, Klimaschutz oder Naturschutz beziehen. Das können auch künstlerische oder journalistische Arbeiten sein. Auch Beiträge im Sinne einer umweltschutzorientierten Unternehmens-/ Organisationskultur können prämiert werden. Die Beiträge sollen langfristig angelegt und innovativ sein. Sie sollten in der Weise konzipiert sein, dass Vernetzungs- und Kooperationseffekte erzielt werden. Die eingereichten Vorschläge sollen in ihrer praktischen Umsetzbarkeit überzeugen, zur Nachahmung anregen und den Gedanken des Umweltschutzes in die Gesellschaft tragen. Die Projekte müssen in Thüringen umgesetzt worden sein. Begonnene, jedoch noch nicht zu Ende geführte Maßnahmen müssen ihre erfolgreiche Umsetzung mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit erwarten lassen. In Ausnahmefällen (z. B. bei Projekten mit Kindern und Jugendlichen) kann die Jury ein Abweichen von den Kriterien beschließen.

DOTIERUNG

Der THÜRINGER UMWELTPREIS ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert. Die Summe kann auf mehrere Preisträgerinnen und Preisträger verteilt werden. Der Hauptpreis wird dabei mit mindestens 5.000 Euro dotiert. Ein Anspruch auf Ausschüttung besteht nicht.

BEWERBUNGSUNTERLAGEN

Der nächste Thüringer Umweltpreis wird 2021 verliehen. Die Antragsunterlagen und Termine finden Sie rechtzeitig auf dieser Webseite.

Für Rückfragen erreichen Sie uns bis dahin unter folgendem Kontaktdaten:

Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz
Beethovenstraße 3
99096 Erfurt

Stichwort: THÜRINGER UMWELTPREIS
E-Mail: umweltpreis@tmuen.thueringen.de
Telefax: 0361 573911402

AUSWAHLVERFAHREN

Eine Jury wählt aus den eingegangenen Bewerbungen die Preisträger aus.

Die Jury besteht aus Vertreterinnen und Vertretern von Verbänden und Institutionen aus Kommunen, Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und Gesellschaft.

PREISVERLEIHUNG

Die Verleihung des THÜRINGER UMWELTPREISES wird in einer Feierstunde am 28.8.2019 im Klimapavillon des Thüringer Umweltministeriums in Jena durch die Thüringer Ministerin für Umwelt, Energie und Naturschutz vorgenommen.

SONSTIGES

Werden die ausgezeichneten Wettbewerbsbeiträge durch die Preisträgerinnen und Preisträger für die Öffentlichkeitsarbeit genutzt, ist darauf hinzuweisen, dass sie mit dem THÜRINGER UMWELTPREIS prämiert wurden. Das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz behält sich vor, im Rahmen seiner eigenen Öffentlichkeitsarbeit über die prämierten Beiträge zu berichten. Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Vorschlag/der Bewerbung werden nicht erstattet. Für beschädigte oder abhanden gekommene Bewerbungsunterlagen wird keine Haftung übernommen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Der THÜRINGER UMWELTPREIS und die verliehene Urkunde können zurückgefordert werden, wenn nachträglich Tatsachen bekannt werden, die mit den Kriterien des THÜRINGER UMWELTPREISES unvereinbar sind.

Jury

ZUSAMMENSETZUNG

Die Jury besteht aus 12 Persönlichkeiten, die seitens des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz bezüglich einer Mitarbeit in diesem Gremium angefragt wurden. Die Zusammensetzung aus erfahrenen Jurymitgliedern und neu hinzugekommenen Mitgliedern kombiniert das Einbringen von Erfahrungen und neuen Sichtweisen.

AUFGABE

Die Jury erhält nach dem Bewerbungsschluss eine Zusammenfassung aller Bewerbungen, die vom Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz entsprechend aufbereitet wurde. Eine endgültige Entscheidung über die Preisträger des Thüringer Umweltpreises 2019 wird in einer sich anschließenden Jurysitzung gefällt.

JURYMITGLIEDER

(In alphabetischer Reihenfolge)


Dr. Hans Joachim Döring Beauftragter des Kirchlichen Entwicklungsdienstes und für Umweltfragen der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) Dr. Reinhard Hauke Weihbischof des Bistum Erfurt Dirk Hofmann stellvertretender Landesvorsitzender des Naturschutzbundes Thüringen e.V. (NABU) Martin Kürth Referent für Umweltfragen beim NaturFreunde Thüringen e.V. Wolfgang Lietz Leiter des Umweltzentrums des Handwerks Thüringen (UZH) Ralf Pollmeier geschäftsführender Gesellschafter der Pollmeier Massivholz GmbH & Co.KG Birgit Schindler Redakteurin des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) Jennifer Schubert Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen), war von 2009 bis 2014 Mitglied des Thüringer Landtags Christina Tasch Politikerin (CDU), seit 1998 Mitglied des Thüringer Landtags Dr. Burkhard Vogel Landesgeschäftsführer des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Thüringen e.V. Prof. Dr. Viktor Wesselak Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule Nordhausen Katja Wolf Oberbürgermeisterin der Stadt Eisenach

Preisträger des
Thüringer Umweltpreises 2019

1. Platz

GHOST

Gute Geister pflegen Streuobstwiesen



Das Projekt folgt einem ganzheitlichem Ansatz: Seit Beginn des Schuljahres 2016/17 arbeiten Schülerinnen und Schüler in der Arbeitsgemeinschaft Äpfel, Bienen&Co. und kümmern sich unter Anleitung eines Hobbyimkers um 6 Bienenvölker. Im Dezember 2017 wurde eine eigene Schulimkerei aufgebaut und seit August 2018 wird sortenreiner Apfelsaft hergestellt - bis heute rund 3000 Liter. Im Januar 2019 konnte mit diesen Erfahrungen eine Schülerfirma beziehungsweise Schüler-Genossenschaft gegründet werden. Die Schülerinnen und Schüler erlernen hier unternehmerisches Handeln und können sich für die künftige Berufswahl orientieren. Der Erlös der Arbeit kommt teilweise dem Kinderhospiz Mitteldeutschland Tambach-Dietharz zugute.

Im Projekt werden die Aspekte Naturschutz, Landschaftspflege, Achtung vor Lebensmitteln, persönliches Engagement und Wirtschaftlichkeit eng miteinander verbunden. So wird vermittelt, dass die Bewirtschaftung der Natur allen zugutekommen kann.




2. Platz

LÜCKE Weimar -

ein temporäres Restaurant



Dass auch ein Restaurant ressourcenschonend betrieben werden kann, zeigt die LÜCKE in Weimar sehr eindrücklich. Das Gebäude besteht aus recycelten Materialien – von ehemaligen Dachstuhlbalken bis hin zu ausrangierter LKW-Plane.

Das Konzept einer offenen Küche, Außen- Mobiliar aus Restholz und Paletten-Hochbeete laden zu neugierigen Blicken und zum Nachdenken und Nachahmen ein. Als Kooperationsprojekt mit Bauhaus100 war die LÜCKE zwischen Mai und August 2019 ein kulinarischer, innovativer und zukunftsweisender Anlaufpunkt für Einwohnende und Gäste Weimars.

Die Macherinnen und Macher hinterfragen auf charmante Art unseren Überfluss hinsichtlich der riesigen Auswahl an Lebensmitteln und bei der aufwändigen Abwasserentsorgung. Die in der LÜCKE angebotenen Lebensmittel stammen auf kurzen Wegen von regionalen Erzeugern. Ein Speiseplan, der nicht mehr als drei wechselnde Gerichte pro Tag vorsieht, dient dem sparsamen Umgang mit Lebensmitteln. Ist ein Gericht aus, wird das nächste angeboten. Auf diese Art entstehen weniger ungewollte Küchenreste. In Zusammenarbeit mit der Fa. Kahla Porzellan Thüringen und einer Designerin fanden Geschirrteile aus B-Ware eine neue Verwendung. Aus Alt mach Neu gilt ebenso für die sanitären Anlagen der LÜCKE. So wird ein nachhaltiges Sanitärsystem erprobt, dass aus Urin Phosphordünger gewinnt. Das soll die Gäste auf anschauliche Weise für die Verknappung des lebenswichtigen Rohstoffs Phosphor sensibilisieren.


3. Platz

Ella – Lastenräder für Erfurt



Ella ist ein kostenfreies Verleihangebot um Lastenräder im Alltag zu erproben. Das macht Nachhaltige Mobilität erlebbar. Es stehen einspurige Modelle mit Transportmöglichkeit für 2 Kinder (80 kg Zuladung) und zweispurige Modelle für bis zu 4 Kinder (100 kg Zuladung) bereit. Mit einer Auslastung von über 80 % ist das Projekt sehr erfolgreich und gut nachgefragt. In Thüringen gibt es derzeit keine ähnlichen Initiativen.

Ella präsentiert sich bei verschiedenen Verkehrsaktionen, wie der Europäischen Woche der Mobilität, Critical Mass, 1. Erfurter Fahrradsommer oder dem 1. Fahrrad-Festival (2019), um für das Konzept einer nachhaltigen Mobilität zu werben. Ziel ist eine leistungsfähige und trotzdem umweltschonende Logistik in einer lebenswerteren Stadt. Ella führt vor Augen, was eigentlich in Städten schon längst selbstverständlich sein sollte: Transport von Personen und Lasten umwelt- und klimafreundlich mit einem Fahrrad.

Energie- und Umweltmanagement
der CBV Blechbearbeitung GmbH



Mit einem eigenem Energie- und Umweltmanagement ist es gelungen, die Energiekosten drastisch zu reduzieren und den Gas- und Trinkwasserverbrauch zu senken. Die Firma nutzt eine eigene Photovoltaik-Anlage und hat alle Leuchtstoffröhren auf LED umgestellt. Ein eigenes Energiemanagement mit Wärmerückgewinnung und Wärmepumpen sowie einer Brauchwasseranlage ergänzen das Konzept.

Die neue Produktions- und Fertigungshalle wird ebenfalls mit einer Photovoltaik-Anlage ausgerüstet. Eine zusätzliche Brauchwasseranlage mit 50.000 Litertank für Regenwasser übernimmt künftig die komplette Brauchwasserversorgung und das Bereitstellen von Löschwasser für die Feuerwehr. Die Grundversorgung von Energie soll künftig mittels Mikrogasturbine realisiert werden. Deren anfallende Abwärme fließt zum überwiegenden Teil in die Produktion zurück. Mit Abschluss dieser Maßnahmen sollen der CO2-Ausstoß auf ein Mindestmaß reduziert und benötigte Energie zu 100 % selbst erzeugt werden. Die Erfahrungen sollen für andere Unternehmen zur Verfügung stehen, um Multiplikatoreffekte zu erreichen. Für die Firma zahlen sich die Investitionen auch wirtschaftlich aus.

Die Flora Incognita
App des Max-Planck-Instituts
für Biogeochemie und der TU Ilmenau



Die Interaktive Pflanzenerkennung soll es Bürgern und Wissenschaftlern ermöglichen, Pflanzenarten schneller und sicherer zu erkennen als bisher. Herkömmliche Pflanzenbestimmungsmethoden über Nachschlagewerke sind oft sehr zeitintensiv. Mobile Endgeräte wie Smartphones und Tabletts können das Bestimmen von Pflanzenarten heutzutage stark erleichtern. Das hat die Flora Incognita App nun realisiert. Mit der Kamera des Smartphones wird die Blüte oder das Blatt, beziehungsweise der Baum oder Strauch fotografiert und in Sekundenschnelle liegt ein Vorschlag zur erkannten Pflanze vor. Die Erkennungsgenauigkeit liegt bei über 85%. Zusätzlich können noch Expertinnen und Experten hinzugezogen werden. Das Kamerabild wird mittels Neuronalem Netzwerk klassifiziert und mit einem Datensatz von rund 1,7 Millionen Pflanzenbildern abgeglichen. Die einfach zu nutzende App steht für eine breite Nutzergruppe von Interessierten bis Fachpublikum zur Verfügung. Mit den erhobenen Daten werden zusätzliche wissenschaftliche Untersuchungen unterstützt. Die App wird im Google Playstore und App-Store von Apple kostenfrei angeboten und ist derzeit bereits mehr als 150.000 im In- und Ausland installiert.

Das Gemeinschaftsprojekt des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie Jena und der Technischen Universität Ilmenau wurde von 2015-2019 durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und die Stiftung Naturschutz Thüringen gefördert. Ab August 2019 wird die Weiterentwicklung der App für weitere sechs Jahre durch das BfN und das Thüringer Umweltministerium im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt gefördert.


Preisträger des
Thüringer Umweltpreises 2017

1. Preis

Evangelische Regionalgemeinde Kindelbrück

Ganzheitliches Konzept für Klima- und Umweltschutz



Die evangelische Regionalgemeinde Kindelbrück engagiert sich seit Ende der 1990er Jahre vorbildhaft für die CO2-Neutralität der Gemeinde und für die Umweltbildung. Es wurden tragfähige Konzepte für die Nutzung erneuerbarer Energien in den Kirchen und Gemeindegebäuden entwickelt. Die Projekte entsprechen dem Ansatz „global denken - regional und lokal handeln“. Leitender Gedanke ist die Umsetzung der christlichen Verpflichtung, die Schöpfung zu bewahren.

Die Regionalgemeinde Kindelbrück besteht aus den Orten Etzleben, Gorsleben, Hemleben, Sachsenburg, Kannawurf, Kindelbrück, Riethgen, Frömmstedt, Bilzingsleben, Oberbösa. Langfristig soll in der Gemeinde nur so viel Energie verbraucht werden, wie auch produziert wird. Das Ziel ist eine CO2-neutrale Regionalgemeinde.

Erneuerbare Energie wird im Kirchgemeindeverbund in erheblichen Größenordnungen selber produziert. Auf Kirchen bzw. kirchlichen Gebäuden sind bereits vier Photovoltaikanlagen installiert. Weitere sollen hinzukommen. Auch zur nachhaltigen Mobilität werden Konzepte für die Gemeinde entwickelt. Eine Tankstelle für E-Bikes mit Photovoltaiknutzung wurde 2016 bereits an der Fahrradkirche in Frömmstedt eingerichtet.

Bei Sanierungen und Investitionen in den zahlreichen Kirchengebäude kommen langlebige, energieeffiziente Technologien zum Einsatz. Im Altbau- und Denkmalbestand werden ausschließlich energiesparende und nachhaltige Baustoffe verwendet. Für einen schonenden Umgang mit der Ressource Wasser sind auf sechs Friedhöfen Regenwasserzisternen installiert worden.

Die Regionalgemeinde beteiligt sich zudem am Projekt "Lebendige Kirchtürme“, bei dem in Kirchtürmen Brutlebensräume für bedrohter Tiere wie Schleiereule, Turmfalke, Dohle und Fledermäuse gesichert oder neu angelegt werden. Die Gemeinde betreibt begleitend Bildungsarbeit zu umweltrelevanten Themen, wie z. B. ökologische Freiflächenbewirtschaftung und die jährliche Pflanzung eines „Baum des Jahres“.

2. Preis

Weimarer Wohnstätte GmbH

Nistplätze für brütende Vögel an Gebäuden



Die Weimarer Wohnstätte GmbH ist ein Musterbeispiel für gelebten Artenschutz in der Stadt. An ihrem Bestand von Mehrfamilienhäusern wurden seit 1998 ca. 900 Vogelnistplätze angelegt. Die Weimarer Wohnstätte GmbH beteiligte sich dabei an einem Projekt der Arbeitsgruppe Gebäudebrüterschutz, des Tierschutzvereins Weimar e. V. und des NABU Weimar/Apolda e. V.

Die Innovation dieses Projekts liegt darin, reguläre bauliche Sanierungen an vorhandenen Gebäuden der städtischen Infrastruktur im großen Stil für Artenschutzprojekte zu nutzen. Durch die Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Gebäudebrüterschutz, konnte auf großer Fläche neuer Lebensraum für Mauersegler, Schwalben, Spatzen, Turmfalken, Rotschwänzchen und Fledermäuse geschaffen werden. Seit 1998 wurden in Weimar insgesamt mehr als 500 Häuser mit zusätzlichen Brutplätzen versehen.

Die Weimarer Wohnstätte GmbH hat sich bei diesem Projekt herausragend engagiert und an 126 Häusern fast 900 Nistplätze für Mauersegler, Sperlinge und Nischenbrüter geschaffen. Auch Schulen und Gebäude in Plattenbauweise wurden für den Artenschutz hergerichtet. Die Kosten für die Nistkästen und den Einbau hat die Weimarer Wohnstätte GmbH selbst übernommen.

Die Unterstützung der Weimarer Wohnstätte GmbH für dieses Projekt ist Anregung zur Nachahmung für andere Hauseigentümer, sich an Initiativen für den Artenschutz zu beteiligen. Als Best-Practice-Beispiel soll es weiteren Artenhilfsmaßnahmen an bestehenden Objekten verschiedenster Eigentümer in urbanen Räumen den Weg ebnen.



Save Nature Group

Aufbau eines Netzwerkes für den Erhalt und die Sicherung von Naturräumen



Die Save Nature Group ist ein Netzwerk von ca. 50 freiwilligen Helfern, die sich gemeinsam für den Erhalt von Naturräumen, insbesondere Streuobstwiesen, einsetzen. Die Entwicklung dieser Initiative ist ein gutes Beispiel für breites bürgerliches Engagement für den Natur- und Umweltschutz. Die Grundidee ist eine Verbindung von Naturschutz mit wirtschaftlichem Handeln, unterstützt durch ein breites Netzwerk von örtlichen Partnern und Akteuren.

Ziel der Initiative war von Beginn an, den Natur- und Umweltschutzgedanken mit Anbau und Verkauf regionaler Produkte zu verbinden. Mit den finanziellen Einnahmen sollen Erhaltung, Pflege, und Neuanlage von Naturschutzflächen mit möglichst hohem Eigenanteil finanziert werden. Das Netzwerk arbeitet mit zahlreichen örtlichen Partnern zusammen. Regionalität, Gemeinnützigkeit, Transparenz und Wirtschaftlichkeit sind Leitlinien des Projekts.

Die Save Nature Group begann 2016 verschiedene Eisenacher Streuobstflächen zur Herstellung von Apfelsaft zu beernten. Die Initiative produzierte dabei ca. 10.000 Liter Saft, die vermarktet wurden. Das Konzept soll auf andere sich bisher selbst überlassene Streuobstflächen Thüringens ausgeweitet werden. Der Erlös aus dem Verkauf des Saftes wird nachfolgend in Pflegemaßnahmen dieser Streuobstwiesen oder in andere Umweltschutzprojekte, wie z. B. einen Naturlehrpfad in Leutenberg, investiert.

Die Save Nature Group wirbt u. a. auf Märkten und Veranstaltungen für die Idee des Projektes. In Bildungsveranstaltungen an Schulen wird für den Wert heimischer Streuobstwiesen und regionaler Lebensmittel sensibilisiert. Ziel ist es, ein Bewusstsein für die Erhaltung und Nutzung alter Streuobstbestände zu schaffen und eine Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Erzeugnissen aus der Region mit kurzen Transportwegen zu generieren. Der Schutz von natürlichen Lebensräumen und ein gesteigerter Erholungswert sind Synergien dieses nachhaltigen wirtschaftlichen Handelns. Ein aktuelles Projekt ist eine ca. 6 Hektar große Streuobstwiese an der Hofferbertaue bei Eisenach mit ca. 400 Bäumen. Darunter sind viele alte Obstsorten.

Bei Fragen zum THÜRINGER UMWELTPREIS und zum Bewerbungsverfahren wenden Sie sich bitte an:

Claudia Donath
Telefon: 0361/57 39 11412
Telefax: 0361/57 39 11402
E-Mail: umweltpreis@tmuen.thueringen.de

Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz
Beethovenstraße 3
99096 Erfurt


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